Ist es nachhaltig, Terroristen zu töten?

•März 9, 2010 • 2 Kommentare

Über den Missbrauch und die Dampfbrabbelei des an sich immens wichtigen Terminus „Nachhaltigkeit“ wurde in letzte Zeit viel geschrieben. Doch Spiegel Online setzt der aktuellen Bewegung einmal mehr die Krone auf.In einem heute erschienenen Artikel über den Einsatz unbemannter Kampfdrohnen in Afghanistan findet sich der folgende Absatz:

„Wie nachhaltig ist es überhaupt, Terroristen zu ermorden? Sind sie tot, kommt man nicht mehr an ihre Informationen. Sie werden bald ersetzt. Die Nachfolger sind nicht zwangsläufig weniger erfahren, kompromissbereiter oder einfacher zu finden.“ Spiegel Online am 9.3.2010, http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,680242,00.html

Laut Wikipedia beschreibt das Konzept der Nachhaltigkeit „die Nutzung eines regenerierbaren System in einer Weise, dass dieses System in seinen wesentlichen Eigenschaften erhalten bleibt und sein Bestand auf natürliche Weise nachwachsen kann.

Fragen wir uns also noch einmal, was Kampfdrohnen mit Nachhaltigkeit zu tun haben.

Ein immaginäres, möglicherweise leicht zynisches und in der Realität so niemals denkbares Gespräch zwischen SPON und sneep, dem studentischen Netzwerk für Wirtschafts- und Unternehmensethik:

Spiegel: Nachhaltigkeit ist in aller Munde! Wie nachhaltig ist es überhaupt, Terroristen zu ermorden?

sneep: Unter Nachhaltigkeit versteht man gemeinhin  ein (1) System des globales Gleichgewichts das (2) wünschenswert ist. Luhmann würde von autopoetischen Systemen sprechen.

Für den Förster bedeutet das: Um den Baumbestand langfristig zu erhalten, sollten gefällte und nachwachsende Bäume im Gleichgewicht stehen.

Für unsere Soldaten in Afghanistan folgt daraus: Terroristen zu töten ist genau dann „nachhaltig“, wenn die Mortalitätsrate den „nachwachsenden“ Terroristen entspricht.

Spiegel: Und wenn die getöteten Terroristen bald ersetzt werden?

sneep: Damit sprechen Sie einen wichtigen Punkt an. Die Geburtenrate in islamischen Ländern steigt seit Jahren rapide an. Angenommen die Rekrutierungsrate von potentiellen Terroristen bleibt weiterhin auf hohem Niveau, so könnte man daraus ja fast schließen, dass künftig noch mehr Drohnen eingesetzt werden müssen! Sonst kippt bald das System. Und das wäre dann nicht mehr nachhaltig, verstehen Sie?

Spiegel: Ich verstehe. Es besteht also dringender Handlungsbedarf! Auch die Nachfolger der ermordeten Terroristen sind nicht zwangsläufig weniger erfahren, kompromissbereiter oder einfacher zu finden….

sneep: Korrekt! Das lässt nur einen Schluss zu: Weil wir unser unnachhaltiges System nachhaltig erhalten wollen, also äh eine nachhaltige Veränderung nicht zulassen, ich meine äh, sie wissen ja, also das heißt nur eins: Mehr intelligente Drohnen für Afghanistan. Heureka! Gerade die Deutsche Schwerindustrie könnte damit einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung leisten. Das wäre nebenbei die Lösung unserer Wirtschaftskrise. Und wenn es mit dem Exportweltmeister nicht klappt, kommen wir im 2000jährigen Nachhaltigkeitsranking hinter der katholischen Kirche und der Mafia zumindest auf einen respektablen 3. Platz.Wäre das nicht wunderbar?

Spiegel: Ich danke Ihnen für das Gespräch.

Mehr unter: www.sneep.info/muenchen

Auf vielfachen Wunsch auch heute ohne Disclaimer:

Alle gennanten Begriffe, Charaktere und Namen sind rein fiktiv und geben, hm wessen Meinung geben sie eigentlich wieder? Ach egal, auf die Nachhaltigkeit!

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Danke Spiegel!

•November 27, 2009 • Schreibe einen Kommentar

merkel schrödert

27. November 2009

Abwesenheitsnotiz

•Oktober 2, 2009 • Schreibe einen Kommentar

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kollegen, werte Gesprächspartner:

Ich bin derzeit leider abwesend. Sobald Sie mich wachgerüttelt, ausgelacht und mit frischem Kaffee versorgt haben, werde ich mich umgehend mit einem nichtssagenden, aber durchaus interessiert klingenden Wortbeitrag bei Ihnen melden. In der Zwischenzeit steht Ihnen bei wichtigen Fragen Google zur Verfügung, in dringenden Fällen rufen Sie bitte die Feuerwehr.

Danke für Ihr Verständnis!

Sagt der Würstchengigant zum Messias

•Mai 24, 2009 • Schreibe einen Kommentar

„Wenn Jürgen der Obama des deutschen Fußballs ist, dann bin ich Mutter Teresa.“

Business meets Ethics

•Mai 24, 2009 • Schreibe einen Kommentar

7 Vortragsabende. 3 Workshops. 1 Podiumsdiskussion. 11 Fragen.

Kann Entsorgungswirtschaft nachhaltig sein?
Welche Rolle spielt Unternehmensethik in der BWL?
Was verbindet Corporate Responsibility und Leadership?
Ist Corporate Responsibility ein Feigenblatt mit revolutionärem Potential?
Wie kann gemeinsam erfolgreiche Korruptionsbekämpfung betrieben werden?
Wo liegen Chancen und Herausforderungen marktbasierter Armutsbekämpfung?
Welchen Beitrag leisten privatwirtschaftliche Akteure zum globalen Regieren?
Wie hängen Nachhaltigkeit und Generationengerechtigkeit zusammen?
Können Hochschulen verantwortungsvolles Wirtschaften lehren?
(Wie) Können Finanzinvestoren nachhaltig agieren?
Was hat Welthandel mit Gerechtigkeit zu tun?

1 Antwort?

BUSINESS MEETS ETHICS

Öffentliche Veranstaltungsreihe. LMU München.
Mai bis Juli 2009.
Eintritt frei. Mitdiskutieren erwünscht.
Workshopteilnahme nach Anmeldung.
Programm und Informationen unter
www.business-meets-ethics.de.

Zitat der Woche

•Oktober 12, 2008 • 1 Kommentar

»Wir sind gezwungen, so zu leben, als wären wir frei.« (John Gray)

Wäre die CSU an der Börse notiert…

•September 28, 2008 • 1 Kommentar

dann müsste sie die Übernahme durch die FPÖ befürchten. Nun steht uns lediglich das übliche „Haut-den-Lukas oder Wer-ist-der-Sündenbock“-Spielchen bevor, einige Köpfe rollen, der Neuanfang wird herbeigeschrieen und -geschrieben; auf das am Ende wieder alles von Neuem beginnt.

Der CSU bleibt das Schicksal der Hypo Real Estate erspart, sie rettet sich analog zum 700Mrd Paket der USA mit eifrig ausgeschütteten Geschenken an den armen Bauernverband bis zur Europawahl, um dann endgültig….

aber das ist eine andere Geschichte!

P.S. Grüße an die Wahlkampfstrategen der Partei der Besserverdiener. Ungewollt trugen sie dazu bei, dem NPD Wahlkampfslogan „Sozial geht nur National“ Konkurrenz zu machen, und verhinderten „österreichische Verhältnisse“. Herzlichen Dank!