Arme reiche Menschen
„How many times have
you heard someone say,
If I had his money,
I could do things my way.
But little they know
that it’s so hard to find,
One rich man in ten
with a satisfied mind.“
Johnny Cash, A satisfied mind
Kaum gelingt den deutschen Behörden ein Jahrhundertcoup, beginnt das Trauerspiel:
Ob das den rechtmäßig sei, wird gefragt. Dabei wurde dies durch die BND-intere Rechtsabteilung ausgiebig geprüft.
Stasi-Vergleiche werden herangezogen, angeblich verbreitet die aktiv gewordene Kooperation eine Atmosphäre der Angst und des Misstrauens. Um eine Analogie herbeizuziehen:
Wer sich momentan darüber beschwert, bei einer intentional durchgeführten,illegalen Aktion erwischt zu werden, befindet sich etwa auf dem selben Niveau wie jemand, der viel zu schnell fährt und sich dann über den Blitzer beschwert.
Sicherlich, die Medienressonanz war gewaltig, oftmals nicht mehr berichterstattend sondern eher erpicht, sich populistisch auf ihr neues Beuteopfer zu stürzen. Dies ist jedoch eine Folge unseres Mediensystems und kein Individualversagen.
Die laut eigener Aussage einzig wahre Bürgerpartei der jetzt-doch-nicht-mehr Besserverdiener (ob dies an der freiwilligen Aufgabe des alten Slogans oder den aktuellen Ermittlungen liegt, sei dahingestellt) schäumte personifiziert durch Generalsekretär Niebel auch gleich vor Wut. Bei genauerer Betrachtung offenbart sich die schizophrene Haltung der selbsternannten Liberalen en detail: Einerseits habe der Staat die Pflicht das Eigentum des Einzelnen zu schützen (Art. 14 Abs.2,3 GG? Nie gehört!), andererseits bestünden nicht zu wenig, sondern zu viele Steuergesetze und der Vollzug sei im Moment das Problem. Jener müsse also mit mehr Personal ausgestattet werden, der Herr Vollzug. Kaum kümmert sich Mutter Staat um jenen ist das Geschrei jedoch groß…
Die Vorzeigeabziehbildchen der sozialen Marktwirtschaft, sie fallen eines nach dem anderen. Über Pierers Buchtitel „Zwischen Profit und Moral“ darf heute gelacht werden. Der Plan, Zumwinkel nach Rentenbeginn zum UNICEF-Chef zu machen ist große Realsatire.
Das Hauptproblem unserer heutigen Gesellschaft besteht darin, ein System zu entwickeln und zu verteidigen, welches mehrheitlich als legitim anerkannt wird, dessen Negativfolgen in Kauf genommen werden und in welchem der Mensch als ganzheitliches Wesen nicht in Widerspruch mit Effizienz- und Gerechtigkeitskriterien steht.

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